Ein nachdenklicher Beitrag ... von Ulli Holst, Buchautor: Aufs falsche Pferd gesetzt

 

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FEI Weltcup Voltigieren: Sieg für deutsches Pas-de-Deux

Gera Marie Grün und Justin van Gerven siegen in Graz / Rang zwei für Brüsewitz, drei für Wilfling

Graz (fn-press). Drei Medaillen und somit ein sensationelles Ergebnis für die deutschen Voltigierer beim Weltcup-Finale in Graz: Beim Showdown in der Steiermark sicherten sich die Kölner Gera Marie Grün und Justin van Gerven mit Danny Boy (Longe: Patric Looser) den Sieg. Bei den Herren holten Thomas Brüsewitz (Garbsen) und Julian Wilfling (Untermeitingen) die Plätze zwei und drei. Deutschland war damit die erfolgreichste Nation.

Die Schützlinge von Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg haben auch bei der letzten Etappe des Weltcups 2014/15 überzeugen können. Beim Finale der Pferdeakrobaten gab es einmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Für den wohl größten Erfolg sorgte dabei Thomas Brüsewitz. Der 20-Jährige aus Garbsen, der sich mit seinem Routinier Airbus den Sieg auf der letzten Qualifikationsetappe in Leipzig gesichert hatte, startete erstmals auf Danny Boy. Nur wenige Trainingseinheiten hatte der Bundeskader-Athlet zuvor im Stall des Voltigiervereins Köln-Dünnwald absolviert. Die Experten in Graz zeigten sich beeindruckt von der Symbiose des Ausnahme-Turners mit dem Erfolgsvierbeiner von Ex-Weltmeister Patric Looser. Nach dem ersten Umlauf lag sogar eine noch größere Sensation in der Luft. Brüsewitz rangierte mit einem Zehntel Vorsprung auf Vorjahressieger Nicolas Andreani auf Siegkurs. Doch im Finale stellte der Franzose dann schließlich seine derzeitige Topform unter Beweis. Bei seinem letzten offiziellen Wettkampf-Auftritt seiner Karriere überzeugte der 30-Jährige als „Albert Einstein“ einmal mehr Richter und Publikum und sicherte sich verdient seinen dritten Weltcup-Titel. 8,964 Punkte verbuchte der Pariser im Endergebnis. Brüsewitz kam nach zwei souveränen Durchgängen, in der lediglich kleinere Fehler zu Abzügen führten, auf 8,726 Zähler. „Thomas ist ein absolutes Talent. Er hat mit Danny Boy ein sehr gutes Bild abgegeben“, gab Looser zu Protokoll. „Ich bin super zufrieden mit diesem Erfolg“, sagte der frisch gebackene Vize-Weltcupsieger.

Den deutschen Erfolg im Feld der männlichen Voltigierer rundete Julian Wilfling ab. Der 19-Jährige aus Untermeitingen landete mit Luino und Longenführer Alexander Zebrak an beiden Tagen auf Platz drei, verbuchte im Endklassement 8,546 Zähler und verwies namhafte Konkurrenten wie Lukas Heppler (SUI) und Lukas Klouda (CZE) auf die weiteren Plätze.

Bei den Damen zeigte Kristina Boe ihre neue Kür ebenfalls auf Luino, dem Vierbeiner ihres Bundeskaderkollegen Wilfling. Die Hamburgerin kam auch auf dem fremden Pferd hervorragend zurecht. Zu den Klängen von Herbert Grönemeyers Ballade „Der Weg“ voltigierte die Medizinstudentin zu 8,079 Punkten und Platz vier. Die drei Favoritinnen machten das Rennen in diesem Wettbewerb unter sich aus. Am Ende siegte Lokalmatadorin Lisa Wild aus Salzburg mit 9,018 Zählern hauchdünn vor der Schweizer Meisterin Simone Jäiser (9,008) und Vorjahressiegerin Anna Cavallaro (8,631) aus Italien.

Im Pas-de-Deux verbuchte die deutsche Equipe – bestehend aus Gera Marie Grün, Justin van Gerven, Danny Boy und Longenführer Patric Looser – einen klaren Sieg. Allerdings waren die Umstände kurios. Die Vize-Weltmeister Pia Engelberty und Torben Jacobs hatten ihre Teilnahme am Finale in Graz schon vor mehreren Wochen aus terminlichen Gründen absagen müssen. Daraufhin waren gleich drei Paare aus Österreich die klaren Favoriten. Beim großen Wettstreit im Heimatland ging dann allerdings kein einziges Duo aus der Alpenrepublik an den Start. Die Sieger der Qualifikationsetappen von München und Leipzig – Stefanie Millinger und Evelyn Freund aus Salzburg – mussten verletzungsbedingt zurückziehen. Für die weiteren Starter war die Organisation der Teilnahme nach Informationen im Grazer Pressebüro nicht möglich. Für das Publikum in der Steiermark – das große Begeisterung für die Premiere der Voltigierer zeigte – war dieser Umstand ein Wermutstropfen. Und auch für die strahlenden Sieger am Ende war der Triumph nicht vergleichbar mit einem Wettstreit gegen die gesamte Konkurrenz. „Wir haben immer gesagt, dass wir hier anreisen und das Ziel haben zu gewinnen. Das ist uns schließlich gelungen und darauf sind wir stolz. Aber natürlich wäre es toll gewesen, wenn hier alle Starter da gewesen wären“, gab Looser zu Protokoll. Für die Deutschen Bundessieger anno 2013 war die fehlende Konkurrenz vor allem aus mentaler Sicht keine leichte Situation. „Wir waren hier als Herausforderer angereist und dann plötzlich die klaren Favoriten“, sagte Justin van Gerven. Ein Sturz im ersten Durchgang hinderte die Deutschen am noch deutlicheren Triumph. Am Ende siegten die Kölner mit 7,872 Punkten dennoch klar vor den Sneekes-Schwestern aus den Niederlanden (7,204). Damit sorgten die Vertreter des Bundesadlers für den zweiten Weltcup-Gesamtsieg nach dem Einzeltriumph der Neusserin Simone Wiegele aus der Premieren-Saison 2010/11.

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Im Blickpunkt ...

An dieser Stelle weisen wir auf besonders interessante Beiträge auf unseren Portalseiten hin:

  • Bildschirmfoto 2017 07 17 um 14.44.23Jappeloup – Eine Legende ist ein französischer Spielfilm von Christian Duguay aus dem Jahr 2013, der als deutsche TV-Premiere am 17. Juli 2017 um 22:50 Uhr im MDR-Abendprogramm gesendet wurde. Er beschreibt, an tatsächliche Ereignisse angelehnt, Pierre Durands Aufstieg vom einfachen Springreiter zum Gewinner der Olympischen Spiele in Seoul 1988 mit seinem Pferd Jappeloup de Luze, das ursprünglich als zu klein angesehen wurde, um erfolgreich Springreit-Turniere bestreiten zu können.
  • Film nicht gesehen? Wir stellen eine Rezension zur Jappeloup-DVD zur Verfügung, die 2014 erschienen ist:
  • Der LINK zum kostenlosen DOWNLOAD

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