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FEI Weltcup Voltigieren: Viktor Brüsewitz siegt beim Auftakt in München

Pas-de-deux Pia Engelberty und Torben Jacobs stürzt nach genialem ersten Umlauf

München (fn-press). Die deutschen Voltigierer konnten zum Auftakt des FEI-Weltcups in München einen Sieg einfahren. Viktor Brüsewitz (Garbsen) sicherte sich seinen ersten Weltcup-Triumph bei den Herren.

„Ich werde dieses Turnier München so schnell nicht vergessen“, sagte Brüsewitz angesichts des ersten Weltcup-Sieges in seiner Karriere überglücklich. Der amtierende Deutsche Meister gewann in der Münchner Olympiahalle beide Umläufe mit Adlon und Alexander Hartl an der Longe und freute sich am Ende über 8,537 Punkte. „In München habe ich mich auf die Weltreiterspiele in Kentucky vorbereitet, mit diesem Ort verbinde ich sehr viel. Jetzt noch mehr“, gab der Student des Holzingenieurswesens aus dem Landesverband Hamburg zu Protokoll, der mit Adlon 2010 mit dem Ingelsberger Team bei der WM Silber gewonnen hatte.

Die deutschen Herren ließen der Konkurrenz in München keine Chance. Am Ende verbuchten die Vertreter des Bundesadlers sogar einen Dreifachtriumph. Lediglich die Namen lesen sich etwas überraschend. Denn nicht der WM-Vierte Thomas Brüsewitz blieb seinem Bruder am dichtesten auf den Fersen, sondern Shootingstar Julian Wilfling. Der junge Mann aus Untermeitingen nutze seinen Status als Lokalmatador und voltigierte mit Luino und Alexander Zebrak auf Rang zwei. Sein Longenführer zog im Anschluss symbolisch den Hut vor seinem Schützling. Der 18-Jährige freute sich neben seinem zweiten Platz in erster Linie auch über seinen Status als offizieller Weltcup-Teilnehmer. Denn nur, weil Vize-Weltmeister Erik Oese aus Radebeul seine Teilnahme an der Winterserie zurückzog, rutschte der Bayer nach und erhielt das offizielle Ticket von Seiten des Weltverbandes FEI. Mit seinem Einstand liegt Wilfling nun gut im Rennen für das Finale, das nach aktuellem Stand womöglich in Doha ausgetragen wird.

Punkte sammeln konnte auch Jannik Heiland. Mit Echt Stark und Patric Looser an der Longe kam er auf 8,231 Punkte und verdrängte den tschechischen Vorjahressieger Lukas Klouda damit auf Platz vier. Thomas Brüsewitz landete auf Rang fünf.

Bei den Damen reichte es zum Auftakt des Weltcups für Rang drei. Kristina Boe voltigierte mit Luino und Alexander Zebrak an der Longe zu 8,159 Zählern. Lediglich die Österreicherin Lisa Wild (8,641) und die Schweizer Meisterin Simone Jäiser (8,372) waren besser. Für die 26-jährige Hamburgerin war es der erste Start auf Luino, die für die Trainingseinheiten zwei tage früher angereist war. „Das hat von Anfang an sehr gut funktioniert. Ich habe mich auf ihm sehr wohl gefühlt“, kommentierte Boe, die im Übrigen alle Qualifikationsstationen des Weltcups anpeilt, also auch in Paris, Salzburg und Leipzig antreten möchte, dann allerdings auch die eigenen Vierbeinern Highlander und Don de la Mar einsetzen wird. Die Lokalmatadorin Regina Burgmayr vom VV Ingelsberg voltigierte mit Adlon (Longe: Alexander Hartl) auf Rang vier.

Großes Pech hatten Pia Engelberty und Torben Jacobs im Pas-de-deux. Die amtierenden Vizeweltmeister glänzten im ersten Umlauf mit einer außergewöhnlichen Leistung, die vom vierköpfigen Richterkollegium mit 9,077 Punkten und der deutlichen Führung honoriert wurde. Diese Leistung war besonders herausragend, da auch die amtierenden Europa- und Weltmeister sowie Weltcup-Sieger Lukas Wacha und Jasmin Lindner aus Österreich mit ihrem Erfolgspferd Bram am Start waren. Am Finaltag jedoch hatten die Kölner, die mit Danny Boy und Longenführer Patric Looser angereist waren, großes Pech. Zu Beginn ihrer Tarzan-und-Jane-Kür patzten die Doppel-Spezialisten. Engelberty musste den Pferderücken unfreiwillig verlassen, was zu hohen Punktabzügen führte und den Sieg kostete. Hinter den erstplatzierten Überraschungssiegern Evelyn Freund und Stefanie Millinger aus Österreich und Lindner/Wacha fielen die amtierenden Bundessieger auf Rang drei zurück. Jacobs war dennoch eine Glanzleistung gelungen: Aufgrund mehrerer Zwischenprüfungen hätte der Medizinstudent aus Düsseldorf eigentlich auf eine Teilnahme in München verzichten müssen. Der 22-Jährige brachte jedoch das Kunststück fertig, sowohl am Donnerstag als auch am Freitag die Tests wie geplant zu absolvieren. Nach der ersten Prüfung fuhr er per Zug nach München, bestritt den Weltcup und setzte sich kurz vor Mitternacht erneut in die Bahn zurück nach Düsseldorf. Nach der zweiten Prüfung am Freitagmorgen flog er erneut zurück in die bayrische Landeshauptstadt, um kurz nach Mittag die zweite Weltcup-Runde zu absolvieren. Mit einem Sieg wäre die außergewöhnliche Geschichte perfekt gewesen. Dem Duo bleiben mit den weiteren Weltcup-Stationen allerdings weitere Chancen, um ihre Siegerqualitäten unter Beweis zu stellen.

Ein besonderes Augenmerk lag beim Weltcup-Auftakt in München bei den Einzelvoltigierern. Denn die hatten nach einer FEI-Regeländerung erstmals 80 Sekunden anstatt von einer Minute Zeit für ihre Darbietungen. Vielen Aktiven kam dies offensichtlich gelegen. „Das neue Konzept muss sich natürlich erst noch bewähren, aber ich habe mich sehr gut gefühlt. Ich gelte ja eher als etwas hektischer Voltigierer und konnte diesmal ruhiger und souveräner an die Kür gehen“, berichtete Sieger Brüsewitz. „Ich denke, die erhöhte Kürzeit ist eine sehr interessante Sache und attraktiv für das Publikum, da lässt sich noch sehr viel herausholen“, sagte Boe, die ihre ursprüngliche Musik extra angepasst hatte.

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