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Bundesnachwuchschampionat Vielseitigkeit: Sieg für Rheinland-Hamburg und Westfalen

Jule Krueger/Parlando und Viktoria Weyers/Zapp gewinnen kombinierte Einzelwertung

Warendorf (fn-press). Das Bundesnachwuchschampionat Vielseitigkeit ist entschieden. Die uvex-Trophy 2017 geht in der Abteilung Pferde an die Mixed Mannschaft Rheinland-Hamburg, bei den Ponyreitern setzten sich die Westfalen durch. Die Siegerinnen der kombinierten Einzelwertung heißen Jule Krueger und Parlando (Pferde) beziehungsweise Viktoria Weyers und Zapp (Ponys).

Es war ein sehr überschaubares Starterfeld, das in diesem Jahr am Bundesleistungszentrum in Warendorf zum traditionellen Mehrkampf aus Dressur, Springen, Geländeritt, Vormustern, Theorie und Geländelauf antrat. So bestand das siegreiche rheinisch-hanseatische Mixed Team bei den Pferden gerade einmal aus der Mindestanzahl von drei Paaren, ebenso die zweitplatzierte Mannschaft Schleswig-Holstein. Lediglich Weser-Ems auf Platz drei und Westfalen auf Rang vier waren in voller Besetzung mit fünf Paaren angereist, bei den Ponys waren es ein paar mehr. Insgesamt gingen in der Abteilung Pferde 25 Teilnehmer an den Start, bei den Ponys 33. Vor zehn Jahren waren es zusammen noch rund 120. „Grundsätzlich gibt es einfach weniger Kinder. Aber sicher werden sicher im Herbst darüber diskutieren müssen, welche Konsequenzen aus den aktuellen Zahlen zu ziehen sind. Nur eines ist jetzt schon klar. Wir können mit dem Anforderungsniveau nicht weiter heruntergehen, wenn wir unser bewährtes Turnier- und Ausbildungssystem erhalten wollen“, sagte Karl-Heinz Nothofer, Mitglied der AG Nachwuchs des Vielseitigkeitsausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) und gleichzeitig Parcourschef der Veranstaltung.

Sieg für „Lehrmeister“ Parlando

„Schön, dass es so gut mit euch klappt“, freute sich Franca Lüdeke über das Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Erfolgspferd Parlando. Vor elf Jahren saß die ehemalige Mannschaftseuropameisterin der Jungen Reiter noch selbst beim Bundesnachwuchschampionat im Sattel des heute 17-jährigen Rheinländers (v. Pavarotti v.d.Helle) und wurde damals Dritte. Vor zwei Jahren übernahm Jule Krueger, die Enkelin von DOKR-Mannschaftsarzt Dr. Manfred Giensch, den vierbeinigen Lehrmeister, gewann mit ihm zunächst die Goldene Schärpe und in diesem Jahr nun auch das Bundesnachwuchschampionat. Die 13-jährige Hamburgerin hat das Glück, in ihrem Sportgymnasium Heidberg an zwei Nachmittagen in der Woche für ihren Sport freigestellt zu sein. Den Grundstein für ihren Sieg legte sie bereits beim Geländeritt, den sie mit der Topnote 9,0 für sich entscheiden konnte. Mit einer gewichteten Endnote von 135,1 Punkten aus allen sechs Teilprüfungen verwies sie ihre Teamkollegin Jasmin Hilgers (15, Meerbusch) mit Little Blueberry (133,4) sowie die Westfälin Laura Wortmann (14, Fröndenberg) mit Fantasie B (132,7) auf die Plätze. Die dritte Reiterin aus dem Siegerteam, Jana Lehmkuhl (15, Voerde) überzeugte mit Gretchen im Gelände zwar kaum weniger als Krüger (Note 8,9), verpasste aber mit drei Abwürfen im Stilspringen einen Treppchenplatz und wurde Vierte.

Westfälische Ponyreiter nicht zu schlagen

Hatten sich gerade die westfälischen „Pferde“-Reiter beim Stilgeländeritt und dabei vor allem mit einem mitten im großen Teich platzierten Hindernis schwer getan, lief es für ihre „Pony“-Kollegen rund. Mit deutlichen Abstand ließ das Team von Landestrainerin Anna Roggenland die Mannschaft aus Weser-Ems hinter sich. Erstmals wurde das Team aus Baden-Württemberg in diesem Jahr von B-Kaderreiter Nicolai Aldinger nach Warendorf begleitet. Für seine Reiter gab es die Bronzemedaille, für ihn selbst eine „Taufe“ im Teich durch seine Trainerkollegen.

Die westfälischen Reiter gaben aber nicht nur in der Team-, sondern auch der Einzelwertung den Ton an. Allen voran die 13-jährige Viktoria Weyers aus Rhede, die sich mit einer 9,3 im Gelände auch den Gesamtsieg sicherte. „Wenn alle Kriterien, die wir im Gelände abfragen, erfüllt sind, wenn alles so selbstverständlich aussieht und offensichtlich das Vertrauen zwischen Reiterin und Pony stimmt, dann ist das eine sehr gute Note wert“, kommentierte Thies Kaspareit, Leiter der Abteilung Ausbildung und Wissenschaft der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und 1988 selbst Mannschaftsolympiasieger Vielseitigkeit. Dabei sitzt Weyers erst seit Beginn des Jahres im Sattel ihres Hengstes Zapp, war allerdings zuvor schon mit ihrem Pony Viabella bei der Goldenen Schärpe und beim Nachwuchsvierkampf höchst erfolgreich. „Sie sagt, Reiten ist für sie kein Hobby, sondern Leidenschaft“, erzählte ihre Mutter. Mit einem gewichteten Endergebnis von 134,6 Punkten führte Weyers die Einzelwertung vor ihren Teamkolleginnen Emily Roberg (13, Münster) mit Sandro (131,8) und Anna Schulte-Filhaut (15, Menden) mit Classic Malina (130,3) an. Lynn-Laureen Nieländer (15, Selm), die mit Black Pearl H das Stilspringen für sich entscheiden konnte, landete auf Platz sechs und auch die fünfte Teamreiterin, Franziska Mentrup (13, Münster) mit Frodo konnte sich mit einem Endstand von 122,3 Punkten noch in den Top Ten, auf Platz zehn, behaupten.

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