Ein nachdenklicher Beitrag ... von Ulli Holst, Buchautor: Aufs falsche Pferd gesetzt

 

CHIO Aachen mit türkischer Unterstützung

 

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Olympia 2020: Nur noch drei Reiter pro Team

FEI-Generalversammlung beschließt Veränderung des Olympischen Formates

Tokio/JPN (fn-press). Im Rahmen der Generalversammlung des Weltreiterverbandes FEI haben die nationalen Verbände mehrheitlich für eine weitreichende Veränderung des Olympischen und Paralympischen Reitsport-Formates gestimmt. Künftig werden in den Disziplinen Dressur, Para-Dressur, Springen und Vielseitigkeit nur noch drei Reiter und Pferde pro Team starten dürfen. Auch der Wettkampfmodus wurde angepasst.

Die wichtigsten Veränderungen im Überblick:

Springen:

Einzel- und Team-Wettbewerbe sind künftig strikt voneinander getrennt. Es werden jeweils zwei Prüfungen ausgetragen. An den ersten beiden Tagen geht es um die Einzel-Medaillen, anschließend um die Team-Medaillen. Zugelassen sind drei Paare pro Team plus ein Reservepaar. Es dürfen 75-Reiter-Pferd-Kombinationen starten, darunter 20 Dreierteams und 15 Einzelstarter - jedoch maximal ein Starter pro Nation, die kein Team qualifiziert hat.

Alle 75 Reiter starten in der ersten Prüfung, einem Springen nach Fehlern und Zeit ohne Stechen. Die besten 30 Paare qualifizieren sich für das Einzel-Finale am nächsten Tag. Es folgt ein weiteres Springen nach Fehlern und Zeit, diesmal mit Stechen um die Medaillen. Um jede Medaille wird einzeln gestochen.

Nach einem Tag Pause folgt der erste Teamwettbewerb, es geht wieder bei null los. Auch hier findet am ersten Tag ein Zeitspringen ohne Stechen statt, an dem alle 20 Nationen mit jeweils drei Reitern teilnehmen. Die besten zehn Mannschaften qualifizieren sich für das Team-Finale am nächsten Tag. Dort wird nur um Gold gestochen. Das Ersatzpaar kann bis zum letzten Tag des Mannschaftswettbewerbs nachrücken, jedoch nicht mehr im Stechen.

Anstelle eines Streichergebnisses soll es ein sogenanntes Cut-Off-Ergebnis geben. Sobald ein Reiter 16 Strafpunkte erreicht hat, wird er abgeklingelt und sein Ritt mit 16 Strafpunkten bewertet. Reiter, die disqualifiziert werden oder die Runde aus einem anderen Grund nicht beenden können, werden mit 20 Strafpunkten bewertet.

Dressur:

Der Grand Prix wird künftig in einer Gruppenphase an zwei Tagen ausgetragen. Sechs Gruppen á zehn Reiter sind startberechtigt, darunter 15 Teams und 15 Einzelreiter. Insgesamt sind 30 Nationen vertreten. Der Grand Prix dient als einzige Qualifikation für die Einzelentscheidung in der Grand Prix Kür.

Die Mannschaftsentscheidung fällt im Grand Prix Special unter den acht besten Teams aus dem Grand Prix, wobei sich die Reiter eine individuelle Musik für ihre Prüfung aussuchen können, die aber nicht mitbewertet wird. Gestartet wird in drei Gruppen á acht Reitern. Pro Nation dürfen drei Reiter in der Mannschaftswertung antreten, jedoch soll jede Nation ein Ersatzpaar mit nach Tokio nehmen können. Ein Streichergebnis wird es nicht mehr geben.

Das Ersatzpaar darf im Special eingesetzt werden. Somit hätten weiterhin vier Reiter einer Nation die Chance auf eine Medaille. In der Kür sind 18 Paare startberechtigt, nämlich die zwei besten jeder Grand-Prix-Gruppe sowie sechs „Lucky Loser“, also die besten unter den an dritter Stelle ihrer Gruppe platzierten Paaren.

Vielseitigkeit:

Ein Team besteht nur noch aus drei Paaren pro Nation. Sofern eine Nation nicht mit einem Team vertreten ist, dürfen maximal zwei Einzelreiter zum Einsatz kommen.
Die Reihenfolge der drei Prüfungen bleibt wie sie ist: Dressur, Gelände und Springen, woraus sich die Mannschaftswertung ergibt, danach zusätzlich ein weiteres Springen zur Ermittlung des Olympiasiegers in der Einzelwertung. Allerdings wird die Vielseitigkeit auf drei Tage verkürzt, d.h. die gesamten Dressurprüfungen finden an einem Tag statt.

Die Anforderungen, das “Olympic Level”, haben in Dressur und Springen Vier-Sterne-Niveau, im Gelände Drei-Sterne-Niveau, mit einer Optimalzeit von 10 Minuten, 45 einzelnen Sprüngen sowie den entsprechenden technischen Anforderungen. Die Qualifikation von Reiter und Pferd muss dem Niveau entsprechend vorliegen.

Bei nur drei Paaren entfällt das bisherige Streichergebnis. Es ist jedoch ein Reservepaar je Team erlaubt, dessen Einsatz mit Strafpunkten belegt ist. Damit ein Team in der Wertung bleibt, kann ferner ein Paar, das eine der drei Teilprüfungen nicht beendet hat, wieder zur nächsten Teilprüfung antreten, sofern es in einer Verfassungsprüfung als „fit to compete“ eingestuft wird. Für die Nichtbeendigung einer Teilprüfung – aus welchen Gründen auch immer – gibt es in der Dressur 100 Strafpunkte, im Gelände150 Strafpunkte und im Springen 100 Strafpunkte. Dies gilt aber ebenfalls nur für die Teamwertung.
Die Regeln für die Einzelwertung bleiben unverändert.

Para-Equestrian Dressage:

Hier wird nicht nur die Reihenfolge der Prüfungen umgestellt, sondern auch der Modus in der Teamwertung. Anstelle des sogenannten Team Tests wird als erstes der Indivual Championsip Test geritten, wobei die Medaillen in der Einzelwertung vergeben werden. Hierbei darf jede direkt qualifizierte Mannschaft vier Paare an den Start bringen. Allerdings muss festgelegt werden, welches Paar nur als Einzelreiter startet und welche drei für das Team.

Im Team Test als zweite Prüfungen werden dann die Mannschaftsmedaillen vergeben – und nicht mehr wie bisher nach den Ergebnissen aus Team Test und Individual Test. Der Team Test wird zur Musik geritten, ein Streichergebnis gibt es nicht. Die besten Acht je Grade aus dem Individual Test sind dann zur Kür als dritte und letzte Prüfung zugelassen. Pro Nation sind maximal zwei Reiter zugelassen, sofern sie nicht mit einer Mannschaft vertreten sind (keine Mix-Teams).

IOC entscheidet frühestens im Juli 2017

Diese Änderungspläne gehen zunächst im Februar 2017 als Vorschläge an das IOC, das diese noch absegnen muss. Eine Entscheidung soll dort voraussichtlich im Juli 2017 fallen.

Hintergrund ist, dass die FEI mehr Reitern, auch aus schwächeren Nationen, Startmöglichkeiten bei den Olympischen und Paralympischen Spielen geben will. Außerdem sollen die Wettkämpfe kürzer werden, ein jüngeres Publikum ansprechen sowie für die Zuschauer einfacher zu verstehen sein. Dies sei Vorgabe der Agenda 2020 des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

„Wir verstehen den Wunsch, mehr Nationen die Teilnahme an Olympischen und Paralympischen Spielen zu ermöglichen“, sagte Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. „Aber das muss gegen die Grundprinzipien unseres Sports abgewogen werden. Bei den Olympischen Spielen und Paralympics wollen wir die besten Sportler der Welt, also Sport auf höchstem Niveau sehen. Und das immer im Einklang mit dem Wohlergehen der Pferde. Wir haben nicht den Eindruck, dass wir diesen Prinzipien mit drei Reitern pro Team gerecht werden können. Darum haben wir dagegen gestimmt. Aber wir werden die getroffenen Entscheidung akzeptieren und umsetzen.“

FEI-Präsident Ingmar de Vos sagte: „Das war eine wirklich wichtige Abstimmung für die Zukunft unseres Sports, wenn wir den Ratschlägen der Olympischen Agenda 2020 entsprechend die Anzahl der teilnehmenden Nationen steigern müssen. Wir müssen mehr Nationen die Teilnahme ermöglichen. Aber dabei müssen wir innerhalb der erlaubten Quote von 200 bleiben. Die Reduzierung der Mannschaftsreiter auf drei war wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, um die Anzahl der Flaggen zu erhöhen. Das muss nun natürlich noch vom IOC abgesegnet werden. Aber es öffnet die Tür für Länder, für die die Olympischen Spiele bislang nur ein weit entfernter Traum waren.“

Neben der zukunftsweisenden Abstimmung über das Olympische Format wurden in Tokio noch weitere Entscheidung gefällt. Kai Vorberg wurde für vier weitere Jahre im Voltigier-Komitee bestätigt. Rüdiger Schwarz (Vielseitigkeit) und Stephan Ellenbruch (Springen), scheiden turnusgemäß aus den Disziplin-Komitees aus.

Donaueschingen richtet EM der Vierspänner 2019 aus.

Championate und Weltcup-Finals in den kommenden Jahren:

2017:

  • Dressur-Europameisterschaften für Junge Reiter, Junioren und Children in Roosendaal (NED), Datum wird noch bekannt gegeben
  • Weltmeisterschaft der jungen Fahrpferde vom 7. bis 10. September in Mezöhegyes (HUN)
    Weltmeisterschaften im Para-Fahren für Einspänner vom 28. September bis 1. Oktober in Izsak (HUN)
  • Europameisterschaften Reining vom 2. bis 5. oder vom 9. bis 12. August in Givrins (SUI), das Datum wird noch bestätigt

2018:

  • U25-Europameisterschaften Dressur vom 25. bis 29. Juli in Roosendaal (NED)
  • Weltcup-Finale Fahren vom 2. bis 4. Februar in Bordeaux (FRA)
  • Weltmeisterschaft der jungen Fahrpferde vom 13. bis 16. September in Mezöhegyes (HUN)
  • Weltcup-Finale Voltigieren vom 1. bis 4. März in Dortmund

2019:

  • Europameisterschaften Dressur, Para-Dressur und Springen vom 19. bis 25. August in Rotterdam (NED)
  • Europameisterschaften der Vierspänner vom 20. bis 22. September in Donaueschingen

2020:

  • Weltcup-Finale Dressur und Springen vom 15. bis 19. April 2020 in Las Vegas (USA)
  • Weltcup-Finale Fahren vom 7. bis 9. Februar in Bordeaux (FRA)

2021:

  • Weltcup-Finale Dressur und Springen vom 31. März bis 5. April in Göteborg

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Im Blickpunkt ...

An dieser Stelle weisen wir auf besonders interessante Beiträge auf unseren Portalseiten hin:

  • Bildschirmfoto 2017 07 17 um 14.44.23Jappeloup – Eine Legende ist ein französischer Spielfilm von Christian Duguay aus dem Jahr 2013, der als deutsche TV-Premiere am 17. Juli 2017 um 22:50 Uhr im MDR-Abendprogramm gesendet wurde. Er beschreibt, an tatsächliche Ereignisse angelehnt, Pierre Durands Aufstieg vom einfachen Springreiter zum Gewinner der Olympischen Spiele in Seoul 1988 mit seinem Pferd Jappeloup de Luze, das ursprünglich als zu klein angesehen wurde, um erfolgreich Springreit-Turniere bestreiten zu können.
  • Film nicht gesehen? Wir stellen eine Rezension zur Jappeloup-DVD zur Verfügung, die 2014 erschienen ist:
  • Der LINK zum kostenlosen DOWNLOAD

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