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Ausbreitung des Wolfes: Verbände fordern konsequenten Schutz für Weidetiere

Gemeinsame Erklärung an Umweltministerkonferenz

Warendorf (fn-press). Anlässlich der Umweltministerkonferenz, die heute in Bad Saarow endet, hat der Deutsche Bauernverband zusammen mit weiteren Verbänden aus Tierzucht und Landwirtschaft, unter anderem der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), eine gemeinsame Erklärung über die Ausbreitung des Wolfes abgegeben. Die Kernbotschaft der Verbände lautet, dass die Wiederansiedlung des Raubtieres nicht uneingeschränkt und um jeden Preis vorangetrieben werden darf und Weidetiere konsequent vor dem Wolf geschützt werden müssen.

 An der gemeinsamen Erklärung, die den Umweltministern des Bundes und der Länder in Bad Saarow übergeben wurde, beteiligten sich neben der FN der Deutsche Bauernverband (DBV), die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL), der Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter, der Bundesverband Rind und Schwein (BVRS) und der Bundesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung e.V. Die Verbände stellten einen Sechs-Punkte-Plan auf, denn die Ausbreitung des Wolfes in Deutschland sorgt für erhebliche Konflikte und Gefährdungen nicht nur für die Nutztierhaltung, sondern inzwischen auch für die ländliche Bevölkerung insgesamt. Deren Belange und Interessen werden aber bislang bei der Ausbreitung des Wolfs nur unzureichend berücksichtigt.

Die flächendeckende Ausbreitung und das rasante Wachstum der Wolfspopulation stellt die Weidehaltung von Schafen, Ziegen, Pferden, Rindern und Gehegewild im Grundsatz in Frage, heißt es in der Erklärung. Forderungen von Seiten des Naturschutzes, nach denen sich die Tierhaltung auf der Weide den neuen Gegebenheiten anzupassen habe, kehren das Verursacherprinzip um und sind nicht akzeptabel. „Diesem Raubtier sollen die Rückkehr und das Leben in Deutschland augenscheinlich so einfach wie möglich gemacht werden“, sagte FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau bereits im Rahmen der FN-Tagungen in Stuttgart zu diesem Thema. „Den Preis dafür zahlen ohne Wenn und Aber die Tierhalter. Sofern diese Politik weiter verfolgt werden sollte, muss sich die deutsche Gesellschaft darauf einstellen, dass wir einen Schwund an Nutztierhaltern erleben werden“, warnte er.