| Reiten, demnächst Vergangenheit bei der ARD? |
| Sport - Magazin | |||
| Geschrieben von: Raimund Hesse | |||
| Samstag, 25. Juli 2009 um 12:12 | |||
![]() Foto: Screenshot/DER SPIEGEL Hamburg. Noch vor ein paar Tagen wurde nach dem Zwischenbericht der so genannten Steiner-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die im Auftrag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) die Vorfälle bei den Olympischen Spielen von Hongkong und die allgemeine Dopingproblematik im Reitsport untersuchen sollte, gejubelt, weil das vorläufige Fazit sinngemäß lautete: Kein Flächenbrand in Sachen Doping, sondern nur Einzelfälle. "ARD will Reiten aus dem Programm nehmen", lautet die aktuelle Meldung des Hamburger Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL. Die Botschaft der Öffentlich-Rechtlichen nach den Olympischen Spielen 2008 war mehr als deutlich, dass TV-Übertragungen auf der Kippe stehen, ob diese von der FN-Führung nicht richtig verstanden worden ist oder ob man es nur ein Nachmittagsgeplänkel hielt, ist reine Vermutung. Nun ist aus der damaligen Botschaft Realität geworden, die auch beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) zu Überlegungen führen kann, in wie weit TV-Übertragungen noch machbar sind. Auf der Internetseite der FN ist noch nichts zu lesen. Für Deutschlands Vorzeigeturnier, der Aachener CHIO, muss diese Meldung wie ein Kanonenschlag wirken, denn das Zauberwort bei der Sponsorengewinnung heißt nun mal "TV", davon sind auch die Veranstalter anderer namhafter Turniere betroffen. Für die FN-Führung kein leichter Job, denn jetzt wird man in Erklärungsnot geraten, die Gute-Laune-Zeiten sind wohl vorbei - wenn es um das liebe Geld geht. Es wird sich zeigen, wie ausgefeilt das Krisenmanagement der Warendorfer "Reiterbehörde" ist. Die Verhandlungssumme, die der neue Vertrag zwischen dem Reiterverband und den TV-Sendern ARD und ZDF beinhaltete, bewegte sich in Millionenhöhe. Es ist sogar denkbar, dass einzelne Turnierveranstalter über alternative Möglichkeiten nachdenken - ohne Einbindung der FN. So soll der Privatsender Deutsches Sportfernsehen (DSF) genannt worden sein, in Kooperation mit einem Anbieter, der bereits so genanntes Livestreaming über das Internet vertreibt. Auch der Vorstand des Aachen Laurensberger Rennvereins (ALRV) wird nicht warten, bis die FN ein neues Konzept vorlegt. Für CHIO-Chef Frank Kemperman haben bereits die Planungen für die Auflage 2009 begonnen, dazu gehört auch das Segment TV-Zeiten, für die weltgrößte Reitsportveranstaltung ein wichtiger Kalkulationsfaktor. Die aktuelle Botschaft der ARD ist mehr als deutlich, die Karten werden nun neu gemischt - mit oder ohne FN. Ein Veranstalter meinte nur: „Wozu brauchen wir die FN?“
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