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EM Pony: Einzelgold für Lucie-Anouk Baumgürtel

Konstantin Harting bester deutscher Vielseitigkeitsreiter auf Platz sechs

Kaposvar/HUN (fn-press). Zum zweiten Mal ist an diesem Wochenende die deutsche Hymne bei den Pony-Europameisterschaften in Kaposvar in Ungarn gespielt worden: Für Lucie-Anouk Baumgürtel (Nottuln) die mit mit Massimiliano FH erfolgreich ihren EM-Titel in der Dressur-Einzelwertung verteidigen konnte. Dazu gab es Bronze für Jana Lang (Schmidgaden) mit NK Cyrill. Als beste Deutsche in der Vielseitigkeit beendeten Konstantin Harting (Königswinter) mit Camillo WE und Johanna Schulze Thier (Ascheberg) mit Mondeo die EM in den Top Ten, das deutsche Team wurde Fünfter.

Im Grunde war der Sieg in der Einzelwertung der Dressurreiter bereits am gestrigen Freitag entschieden worden. Hier hatte Lucie-Anouk Baumgürtel mit 77,366 Prozent ein Ergebnis vorgelegt, das bis zuletzt keiner der 62 Mitbewerber aus 18 Nationen überbieten konnte. In keiner Lektion fielen die Noten schlechter als „7“ für die 13-jährige Titelverteidigerin, aus, für den einfachen Wechsel und die Schlussaufstellung gab es sogar die „9“. „Den Sieg haben Lucie und Massimiliano wirklich verdient“, sagte Bundestrainerin Conny Endres. Und das nicht nur wegen ihre guten Leistungen, sondern auch als Bestätigung ihres Könnens, das beide zuvor in der Teamaufgabe nur teilweise hatten zeigen können. Dort waren sie mitten in ein aufkommendes Gewitter geraten und deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben.

Auf dem Silberrang landete mit 76,195 Prozent die Dänin Louise Christensen mit Vegelins Goya, die bereits in der Teamdressur als stärkste Konkurrentin der deutschen Reiter aufgefallen war. Jana Lang und NK Cyrill sicherten sich mit 74,707 Prozent die Bronzemedaille. Dafür musste die 14-Jährige heute früh aufstehen, denn für sie ging es bereits um 7.16 Uhr aufs Viereck. Aber es lohnte sich: „Bis auf einen kleinen Patzer zu Beginn, als Cyrill angaloppierte, statt anzutraben, war das eine absolut gelungene Vorstellung“, sagte Endres. Die dritte deutsche Teilnehmerin, EM-Neuling Anna Middelberg (Glandorf) mit Drink Pink, beendete ihre EM-Premiere mit 72,854 Prozent auf Platz sieben. Für alle drei geht die EM 2017 morgen mit der abschließenden Kür weiter, für die noch einmal Medaillen vergeben werden.

Deutsche Vielseitigkeits-Team auf Platz fünf

Ohne Edelmetall kehren in diesem Jahr die deutschen Vielseitigkeitsreiter nach Hause zurück. „Ich bin trotzdem stolz, denn meine Reiter haben hier gekämpft und sind alle über sich hinausgewachsen in ihren Leistungen. In diesem Jahr war aber leider von Anfang an etwas der Wurm drin. Das begann schon mit Verletzungspech vor der Abreise“, sagte Bundestrainer Fritz Lutter. Dieses Pech machte auch vor Ort in Kaposvar nicht Halt, wo die deutsche Mannschaft gleich am ersten Prüfungstag auf ihr stärkstes Paar verzichten musste, Titelverteidiger Anna Lena Schaaf und Pony Pearl. Dennoch lag das verbliebene Trio - Johanna Schulze Thier mit Mondeo, Jason Böckmann (Lastrup) mit Rocky und Maxima Homola (Bad Homburg) mit Nutcracker – nach Dressur noch mit Platz drei auf Medaillenkurs. Bei der anspruchsvollen EM-Geländeprüfung unterlief Böckmann und Rocky allerdings ein Fehler am „Church Hill Gate“, dazu kamen Zeitfehler bei allen drei Paaren, so dass die Mannschaft auf Platz fünf zurückfiel.

Doch noch immer bestand etwas Hoffnung auf das abschließende Springen, da mit Ausnahme der führenden Franzosen alle Teams nur noch mit drei Paaren antraten. Somit fehlte allen ein Streichergebnis und jeder Fehler zählte. Allerdings auch bei den Deutschen. Jason Böckmann kassierte einen Abwurf am vierten Hindernis, bei Maxima Homola und Nutcracker fielen gleich zwei Mal die Stangen, dazu kamen Zeitfehler. Das konnte auch Johanna Schulze Thier mit ihrer Nullrunde nicht mehr wettmachen. Mit einem Endstand von 192,1 Minuspunkten blieb es bei Platz fünf für die deutsche Mannschaft.

In der Einzelwertung konnte Johanna Schulze Thier mit ihrem Endstand von 48,4 Minuspunkten jedoch noch einen Platz nach oben klettern und wurde Achte. Ihr folgt Maxima Homola mit 60,4 Minuspunkten auf Platz 14, Jason Böckmann beendete die EM mit 83,3 Minuspunkten auf Platz 26. Die kurzfristig nachgerückte deutsche Einzelreiterin Antonia Locker (Nottuln) landete mit Andante D mit 110,7 Minuspunkten auf Rang 29.

Konstantin Harting bester Deutscher

Das beste Ergebnis aus deutscher Sicht erzielte der zweite deutsche Einzelreiter Konstantin Harting mit Platz sechs. Für ihn und Camillo WE wäre sogar noch eine Medaille möglich gewesen, denn als Fünftplatzierter nach Dressur und Gelände trennte ihn kein Abwurf von der Führung. „Ich hatte das Glück, als Erster dieser Spitzengruppe ins Springen einzureiten. Ich wusste, dass ich mit einer Nullrunde Druck auf die anderen machen könnte. Falls aber nicht, dann änderte sich für mich auch nichts. Ich hatte vorher keine Medaille in der Hand, daher konnte ich sie auch nicht verlieren“, sagte er. Wie Böckmann kassierte auch Harting einen Abwurf an Hindernis vier. Mit einem Endstand von 48,2 Minuspunkten landete er auf Platz sechs. „Ich habe schon gehofft, hier gut abzuschneiden. Schließlich habe ich jahrelang darauf hingearbeitet. Dass es mit meinem selbst ausgebildeten Pony so gut geklappt hat, darauf bin ich schon stolz“, sagte Harting.

Neue Europameisterin der Ponyvielseitigkeitsreiter ist die 14-jährige Britin Georgina Herrling aus Oxfordshire mit ihrem erst achtjährigen Hengst SF Detroit (40,9). Auf dem Silberrang landete ihre Landsfrau Saffie Osborne (15) mit dem Schecken Little Indian Feather (42,8). Die Bronzemedaille ging an die Französin Liloi Lourde Rocheblave mit Voltair de Lalande (46,9), an die sich gleich zwei ihrer Teamkollegen auf den Plätzen vier und fünf anschließen. Damit war dem Team Tricolore die Goldmedaille nicht zu nehmen. Mit 141,60 Minuspunkten gewann Frankreich Gold vor Großbritannien (152,4) und Irland (170,2). Vierter wurde das niederländische Team (185,9).

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