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Frankfurt: Vitalis gewinnt Jubiläumsausgabe des Nürnberger Burg-Pokals

042 frie isabel freese vitalis finaleIsabell Freese und ihr Hengst Vitalis gewannen das Jubiläumsfinale des NÜRNBERGER BURG-POKAL mit 79,220 Prozent. Foto: Karl-Heinz Frieler (www.reitsportfoto.de)

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt ehrt Medaillengewinner der Olympischen Spiele und Paralympics

Frankfurt (fn-press). Olympisches Flair in der Frankfurter Festhalle: Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, hat am Samstag die Medaillengewinner der Olympischen Spiele und Paralympics in Rio de Janeiro geehrt. Kurz zuvor hatte er das Jubiläumsfinale der Nachwuchspferde-Serie Nürnberger Burg-Pokal in der Halle verfolgt. Die 25. Ausgabe des Finales entschieden Isabel Freese und der neunjährige Hengst Vitalis für sich.

Mit einer sehr ausdrucksstarken und korrekten Vorstellung konnten die gebürtige Norwegerin Freese und der niederländisch gezogene Hengst die anspruchsvolle Prüfung mit 79.22 Prozent für sich entscheiden. Somit verwiesen die beiden Ingrid Klimke (Münster) und ihre achtjährigen Nachwuchspferde Franziskus (von Fidertanz/Alabaster) und Geraldine (von Fürst Grandios Tolstoi) auf die Plätze zwei und drei.

Der Nürnberger Burg-Pokal kann auf eine mittlerweile 25-jährige Tradition zurückblicken und hat sich im internationalen Spitzensport zu einer Plattform für besonders qualitätsvolle Nachwuchspferde etabliert. „Unter anderem dem Nürnberger Burg-Pokal haben wir es zu verdanken, dass sich Deutschland konstant an der Weltspitze des Dressursports behaupten kann“, sagte Richterin Katrina Wüst in der anschließenden Pressekonferenz. Die sieben- bis neunjährigen Dressurpferde sollen in dieser Serie langsam an den gehobenen Dressursport herangeführt werden. Der Reitmeister und ehemalige Schirmherr Dr. Reiner Klimke hatte dafür eine spezielle Aufgabe konzipiert, um den Anforderungen der jungen Pferde gerecht zu werden.

Beispielsweise auf die vorletzte Lektion, das Rückwärtsrichten, soll ein besonderer Fokus gelegt werden, um die Durchlässigkeit und Zufriedenheit des Pferdes zu überprüfen. Außerdem soll großer Wert auf die Harmonie zwischen Pferd und Reiter gelegt und schönes Reiten belohnt werden. Um eine pferdefreundliche Reitweise zu würdigen wird deshalb seither ein gesonderter Stilpreis für ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Pferd und Reiter verliehen. Ebenso für das beste Rückwärtsrichten.

Den Stilpreis konnte in diesem Jahr Ingrid Klimke für sich entscheiden. Mit Franziskus und Geraldine zeigte die Reitmeisterin zwei absolut gefühlsvolle und starke Vorstellungen. Beide Pferde zeigten höchste Versammlungsbereitschaft und Schwungentwicklung in den Verstärkungen, wobei der enorme Ausdruck des Fidertanz-Nachkommens zu unterstreichen ist. Dies war auch der Eindruck von Kommentator Christoph Hess, der eine 10,0 für die Ausbildung der beiden Pferde vergeben hätte. Franziskus sei „Genie und Wahnsinn in einem“ schmunzelte die Olympiasiegerin über den imposanten Deckhengst. Mit ihm erreichte Klimke 77.634 Prozent, mit Geraldine 76.951.

Das gefühlsvollste Rückwärtsrichten präsentierte die erst 19-jährige Jil-Marielle Becks (Senden) mit Damon’s Satelite (von Damon Hill/Rubin-Royal). Durch eine fast fehlerfreie, dynamische und selbstsichere Vorstellung behauptete sich der Sohn des legendären Damon Hill letztlich mit 75.341 Prozent auf Rang vier. Die junge Amazone und der achtjährige Wallach aus familieneigener Zucht konnten zu einem eingespielten Team heranwachsen und ihren gemeinsamen Weg von Dressurpferdeprüfungen über Jugend-Europameisterschaften bis hin zum Finale des Burg-Pokals erfolgreich meistern. Von den Europameisterschaften der Jungen Reiter kehrten die beiden mit drei Medaillen zurück.

Anerkennung für Medaillengewinner von Rio

Im Anschluss an die Siegerehrung des Burg-Pokals wurde Ingrid Klimke und ihre Reiter-Kollegen bei den Olympischen Spielen sowie den Medaillengewinnern der Paralympics eine weitere große Ehre zuteil. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, in dessen Zuständigkeitsbereich die Pferdezucht fällt, honorierte nicht nur die sportlichen Erfolge der Reiter und Pferde, sondern vor allem auch die Leistung der Züchter der Olympia-Pferde: „Sie legen mit der Zucht einen der Grundsteine für den Erfolg“, so der Bundesminister. Schmidt sprach den Medaillengewinnern der Olympischen Spiele und Paralympics sowie den Pferdezüchtern den Dank der Bundesregierung aus. „Sie haben in Rio die hohe Schule des wahren Dressursports gezeigt“, sagte er.

Stellvertretend für alle deutschen Reiter in Rio erhielten Isabell Werth, Sönke Rothenberger, Dorothee Schneider, Claudia Schmidt, Elke Philipp, Bernhard Fliegl, Christian Ahlmann, Michael Jung, Ingrid Klimke, die Bundestrainer Monica Theodorescu, Bernhard Fliegl und Otto Becker sowie Dr. Dennis Peiler, Chef de Mission, die Urkunden des Bundesministers.

Ihre Medaillen hätten eindrucksvoll gezeigt, dass Reitsport in Deutschland auf Spitzenniveau gezeigt werde. „Sie haben Deutschland in Rio hervorragend repräsentiert und haben mit Ihren Pferden zusammen den Olympischen Geist gelebt. Und das in einer Zeit, in der der internationale Sport durch manche Irrungen und Wirrungen geht, in der man sich fragt, ob der Sport im Mittelpunkt steht oder das, was man mit dem Sport verdienen kann. Aber der wahre Sportsgeist hat beim Reiten noch immer einen guten Platz. Sie erzielen Erfolge durch das partnerschaftliche Miteinander mit dem Pferd. Das Reiten ist eine wahre Lebensschule für ein verantwortungsvolles und vertrauensvolles Miteinander.“

Welch hohen Stellenwert der Tierschutz im Reitsport einnehme, zeige zum Beispiel auch der Tierschutz-Preis, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 2016 bereits zum dritten Mal im Rahmen der DKB-Bundeschampionate vergeben hat. Die FN stelle sich den Herausforderungen im Tierschutz zudem mit einer klaren Anti-Doping-Politik, so der Minister.