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Distanzreiten: FEI ergreift strenge Maßnahmen zum Wohl der Pferde

Sanktionen im Zusammenhang mit Todes- und Medikationsfällen in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Warendorf (fn-press). In den vergangenen Wochen sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sieben Pferde bei nationalen und internationalen Distanzritten ums Leben gekommen. Sieben weitere Tiere wurden positiv auf verbotene Substanzen getestet. Der Weltreiterverband FEI hat die verantwortlichen Trainer und Reiter suspendiert sowie eine Reihe von Maßnahmen zur Bestrafung der Verantwortlichen und zum Schutz der Pferde getroffen. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung ist bestürzt über den Tod der Pferde und begrüßt das dringend notwendige Vorgehen der FEI ausdrücklich.

Folgende Beschlüsse sollen kurzfristig durch die Reiterliche Vereinigung der Vereinigten Arabischen Emirate umgesetzt werden:

  • In Ställen, in denen es zu Todesfällen von Pferden gekommen ist, muss ab jetzt detailliert dokumentiert werden, wie jedes einzelne Pferd behandelt wird, welche Medikamente und welches Futter verabreicht werden, wie das Trainingsprogramm und entsprechende Trainingsmethoden aussehen, wie lange die Einheiten dauern, welche Distanzen geritten werden und wie die örtlichen Gegebenheiten sind
  • Alle Distanzstrecken in der Region werden untersucht, einschließlich einer detaillierten Bewertung der Streckenbedingungen
  • Ebenso werden alle verbleibenden Distanz-Veranstaltungen der Saison 2017 in der Region durch ein Expertengremium von Distanz-Spezialisten und erfahrenen Tierärzten untersucht, darunter der FEI-Veterinary Director
  • Es wird enger mit lokalen Organisationskomitees zusammengearbeitet, um Verletzungen von Pferden am Veranstaltungsort zu untersuchen
  • Die Sanktionen für Personen, die für Pferdeverletzungen verantwortlich sind, werden erhöht (max. 15.000 € pro Regelverstoß plus Strafpunkte)
  • Der Kreis von Personen, die für Verletzungen von Pferden zur Rechenschaft gezogen werden können, wird erhöht (zusätzlich zu Ausbildern und Tierärzten)

„Diese Vorgaben erreichen ein neues Level und sind mehr als das, was die Endurance Task Force gefordert hat. Wir begrüßen das Vorgehen der FEI deshalb ausdrücklich“, sagte Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). „Die Maßnahmen führen hoffentlich zu mehr Beobachtung und mehr Unabhängigkeit der Kontrollen vor Ort. Wir denken dennoch darüber nach, keine deutschen Reiter mehr bei Distanzritten in Dubai starten zu lassen.“ Bereits seit 2013 versucht eine Arbeitsgruppe (Task Force) der FEI die Missstände im internationalen Distanzsport aufzuarbeiten.

2015 kam es zu einem zeitweiligen Ausschluss der FN der Emirate aus dem Weltreiterverband. Dies bedeutete, dass keine internationalen Veranstaltungen mehr in den VAE genehmigt wurden und Distanzreiter aus den Emiraten nicht mehr an FEI-Turnieren teilnehmen durften. „Leider hat sich jetzt wieder gezeigt, dass alle in den vergangenen Jahren ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben. Über eine erneute Suspendierung der Emirate muss wieder nachgedacht werden. Ein kompletter Ausschluss der Disziplin Distanzreiten von allen Veranstaltungen kann nur letztes Mittel sein, da die Pferde und der Umgang mit ihnen dann ganz aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwinden“, so Lauterbach.

Offenbar starben die Pferde laut einer Pressemitteilung der FEI durch Knochenbrüche. FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibanez erklärte, dass der Weltreiterverband Studien über Risikofaktoren und Ursachen dieser Verletzungen durchführe, deren Ergebnisse am 11. April im Rahmen des FEI-Sport Forums vorgestellt werden sollen. Außerdem werde am 23. und 24. Mai ein Distanz-Forum stattfinden, bei dem darüber diskutiert werden soll, wie solchen Verletzungen künftig vorzubeugen ist.

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