| Sir Lausitz und Tropical Girl: Erfolg für das Haupt- und Landgestüt Neustadt-Dosse |
| Sport - 17. Bundeschampionate 2010 | |||
| Geschrieben von: Lisa Techel + Eva Willermann | |||
| Mittwoch, 08. September 2010 um 18:55 | |||
Bundeschampionat vier- und fünfjährige FahrpferdeWarendorf (fn-press). Sir Lausitz ist neuer Bundeschampion der vier- und fünfjährigen Fahrpferde. Der vierjährige Hengst im Besitz des Haupt- und Landgestüts Neustadt-Dosse hatte bereits die Finalqualifizierung deutlich mit einer Wertnote von 9,0 gewonnen und wurde schon vor dem Finale als Favorit gehandelt. Er setzte sich auch im Finale mit einer Gesamtsumme von 26,5 Punkten an die Spitze. Vizechampion wurde der vierjährige Wallach Royal Color (25,8), der vom Fremdfahrer, Bundestrainer Karl-Heinz Geiger (Rechtmehringen), sogar eine bessere Note bekam als der Sieger. Dritte wurde ebenfalls ein Pferd des Haupt- und Landgestüts Neustadt-Dosse: die vierjährige Stute Tropical Girl. Sie zeigte, trotz ihrer zwei Abwürfe im Kegelfahren, eine sehr gute Leistung und erhielt 24,4 Punkte. Sir Lausitz, Deutsches Sportpferd von Samba Ole – Donnerschwee (Züchter Zuchtgemeinschaft Volkmar und Heike Schadock, Heideblick) vorgestellt vom Gestütsoberwärter Karl-Heinz Finkler konnte die Richter und das Publikum bereits in der Finalqualifikation von sich überzeugen. Mit einer Wertnote von 9,0 und somit dem klaren Sieg zog er in das Finale ein. In der Finalqualifikation als letzter Starter, im Finale dann als erster konnte er die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen. Die Richter Wilfried Gehrmann und Elimar Thunert konnten in der gezeigten Leistung „sehr viel Gutes“ sehen. Während der gesamten Prüfung lief Sir Lausitz „über den Rücken in die Hand“, lobte Kommentator Gehrmann. Speziell das sichere Geradegerichtetsein lobte Gehrmann bei einem Vierjährigen als „außergewöhnlich“. Das Tritte verlängern zeigte der Hengst „richtig gut – ein Schritt wie der andere“, so der Kommentar des Richters, aber auch den Schritt beschrieb Gehrmann ähnlich positiv: ein „geregelter Viertakt mit gutem Raumgriff“. Zusammenfassend belohnte Gehrmann die gezeigte Leistung mit einer 9,0. Fremdfahrer Karl-Heinz Geiger beschrieb nach ein paar Runden und dem Testen einiger Lektionen den Hengst als ein für sein Alter „sehr ausbalanciertes Pferd“. Einziger Kritikpunkt war die Umsetzung der treibenden Hilfen, sie „könnten etwas besser angenommen werden“, so Geiger. Er bewertete den Hengst mit einer 8,5. Die Endnote setzt sich zu zwei Dritteln aus der Richterbenotung und zu einem Drittel aus der Wertnote des Fremdfahrers zusammen. Somit erhielt Sir Lausitz eine Endnote von 26,5 Punkten. Vizechampion wurde Royal Color, ein vierjähriges Deutsches Sportpferd von Rich Charly – Vers I (Züchter und Besitzer Zuchtgemeinschaft Strauß und Winkler aus Greiz), der von seiner Züchterin und Besitzerin Bettina Winkler vorgestellt wurde. Im vergangenen Jahr hatte die Zuchtgemeinschaft, ebenfalls mit Bettina Winkler an den Leinen, bereits die Bundeschampionesse FST Arielle präsentiert. Auch in diesem Jahr zeigte Winkler wieder ein sehr gut vorbereitetes Pferd, der Wallach Royal Color war auch schon bei der Finalqualifizierung auf dem zweiten Platz (8,2). Richter Gehrmann lobte den Trab als „energisch und genügend abfußend“, die Trabverstärkung wurde „spät entwickelt, aber voll gezeigt“. Für diese Vorstellung gaben die Richter die Wertnote 8,3. Fremdfahrer Geiger gab dem Hengst eine Wertnote von 9,2. Dies begründete er damit, dass Royal Color „gleichmäßig an das Gebiss herantritt“ und sich sehr gut Stellen und Biegen ließ. Besonders lobte er, dass der Wallach viel Eigendynamik zeigte und die treibenden Hilfen sehr gut annahm. Die vierjährige Brandenburger Stute Tropical Girl, ebenfalls ein Deutsches Sportpferd von Samba Hit I – Frühlingsbote, belegte Platz drei. Wie der neue Bundeschampion ist auch sie im Besitz des Haupt- und Landgestüts Neustadt-Dosse aus dessen Zucht sie auch stammt. Vorgestellt wurde sie von Gestütsoberwärter Karl-Heinz Finkler. In der Finalqualifikation nur auf dem fünften Platz, konnte sie die Richter im Finale doch von sich überzeugen. Eine „hübsche Stute, sehr ausdrucksvoll“, begann der Kommentar des Richters Gerhmann. „Im Trab ist sie taktsicher mit großen Bewegungen, nur in der „Diagonale nicht ganz gleichmäßig“, so Gehrmann. Allerdings wünschte er sich im Schritt mehr Losgelassenheit und dass sie mehr zum Schreiten komme. Da sie im Kegelfahren zwei Bälle abgeworfen hat, wurden von der Grundnote (8,2) 0,4 Strafpunkte abgezogen und so ergab sich die Endnote 7,8. Geiger sah die Stute Tropical Girl als sehr vielversprechend für den Fahrsport. Er bewertete sie mit einer 8,8. Somit gab es eine Endnote von 24,4 Punkten. Für das Finale hatten sich noch drei weitere Pferde qualifiziert. Auf dem vierten Platz landete der fünfjährige Hessen-Wallach Dirigent von Dartagnan – Carol (Züchter und Besitzer: Heinz Günter Reber, Eppstein). Dirigent hatte im vergangenen Jahr als Vierjähriger die Bronzemedaille gewonnen. Auch in diesem Jahr wurde er wieder von Kaderfahrer Dieter Lauterbach (Herborn) vorgestellt. Der Wallach erhielt insgesamt 23,9 Punkte. Fünfter wurde die Hannoveraner Stute Double Delight von Dimaggio – Wolkentanzt I von Dr. Beate Wojaczek aus Wetschen gezogen mit 23,3 Punkten. Auf den sechsten Platz kam der fünfjährige Westfale Fioresco, Züchter und Besitzer ist Franz-Josef May aus Selm, der ihn auch vorstellte. Für seine Leistung erhielt Fioresco insgesamt 21,8 Punkte.
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