| Mr. Harvey: Wie der Vater so der Sohn |
| Sport - 17. Bundeschampionate 2010 | |||
| Geschrieben von: Uta Helkenberg | |||
| Mittwoch, 08. September 2010 um 18:53 | |||
Bundeschampionat deutsche VielseitigkeitsponysWarendorf (fn-press). Mr. Harvey heißt der Bundeschampion des deutschen Vielseitigkeitsponys. Der sechsjährige in Westfalen von Thomas Herda (Münster) gezogene Fuchswallach aus einer Mutter von Top Nonstop tritt mit seinem Sieg in die Fußstapfen seines Vaters Mr. Hale Bob, 2002 der erste Bundeschampion der „kleinen“ Buschpferde und inzwischen mehrfacher Europameister im Pony-Vielseitigkeitssport. Vorgestellt wurde Mr. Harvey von Annie Kamieth (Winterfeld), einer Schülerin der beiden erfolgreichen Sachsen-Anhaltiner Vielseitigkeitsreiterinnen Antje und Sabine Deparade (Engersen). Sie waren es auch, die im vergangenen Jahr auf den Fuchswallach aufmerksam wurden. „Ich weiß es noch genau. Am 2. März – da war Aktiventreffen in Warendorf – haben wir ihn uns zusammen mit der Familie Kamieth angesehen und gleich mitgenommen“, berichtete Antje Deparade. In diesem Jahr starteten die elfjährige Annie und Mr. Harvey zunächst bei der „Goldenen Schärpe“, wo sie Platz zwei in der Einzelwertung belegte. Beim Bundesnachwuchschampionat einige Wochen später belegten sie Platz 15. Jetzt steht noch die Deutsche Meisterschaft in Brünen für die beiden Senkrechtstarter auf dem Programm, bevor es in die verdiente Winterpause geht. Den Grund für den Erfolg der beiden Youngster erklären sich die beiden Deparade-Schwestern unter anderem so: „Annie reitet nie für sich alleine, sondern immer unter Anleitung.“ In Warendorf waren es vor allem die gleichmäßig guten Leistungen in allen drei Teilprüfungen, die zum Gesamtsieg von Mr. Harvey führten: die Note 7,2 und 6,6 in Dressur beziehungsweise im Springen und die doppelt gewertete 8,3 im Gelände. „Mr. Harvey geht so, wie man sich ein Vielseitigkeitspony vorstellt“, kommentierte Bundestrainer Hans Melzer (Putensen) den Geländeritt des Paares. Mit den besten Vorleistungen aus Dressur (7,4) und Springen (8,0) war allerdings Mr. Bean ins abschließende Gelände gestartet. Dort unterlief dem fünfjährigen Rappschecken aus Sachsen v. Munser II, Vize-Champion des Jahres 2004, und einer Mutter von Pinto B ein Stopp an der „schmalen Pappel“. Mit der Grundnote von 8,0 für den „mutigen, immer fleißigen“ Schecken und seine Reiterin, Mannschafts-Vizeeuropameisterin Michelle Mothes (Rodewisch) hätte es für das Paar sogar zum Sieg gereicht. So wurden jedoch 0,5 Punkte für den Fehler und 0,1 Punkte für Zeitüberschreitung abgezogen. Mit einem Endergebnis von 29,20 Punkten reichte es für Mr. Bean (Züchterin Ines Künzel, Limbach, Besitzer Gunter Schöniger, Lengenfeld) nur zum dritten Platz. Den Titel der Vize-Championesse sicherte sich Top Nubia. Die fünfjährige Westfalenstute von Topnatrejo – Durello wurde vorgestellt von Laura Hartken (Saerbeck), deren Mutter Petra Hartken Top Nubia vor zwei Jahren gegen ihr eigenes Pferd eingetauscht hatte. Wie der Sieger Mr. Harvey startete auch Top Nubia in diesem Jahr beim Bundenachwuchschampionat, wo sie Platz 20 in der Einzelwertung belegte. Beim Bundeschampionat überzeugte die Stute aus der Zucht von Johannes Peters (Recklinghausen) vor allem im Gelände. Die Richter Horst Karsten (Delmenhorst), Tonius Lehmkuhl (Westbevern) und Hans Melzer lobten nicht nur das „aktive Hinterbein und die gute Beintechnick“ von Top Nubia, sondern auch die gute Balance, in der sich die Stute während der gesamten Geländerunde befand. Dafür gab es die zweithöchste Note in dieser Konkurrenz, eine 8,5, was zu einem Gesamtergebnis von 30,2 (Dressur 7,0, Springen 6,6) führte. Die beste Geländeleistung aber zeigte – nicht nur im Finale – der sechsjährige Hannoveraner Olli v. Ombri – Boss (Züchter und Besitzer: Jürgen Reese, Midlum). Er wurde von dem 16-jährigen Frederic Meyer aus Bremervörde geritten. „Flüssig, ausbalanciert, mutig springend“, so der Kommentar der Richtergruppe für den braunen Hengst, der in der Qualifikationsprüfung mit der Grundnote 9,5 das beste Ergebnis erzielt hatte. Im Finale gab es eine 8,8, die sich zusammen mit der Dressurnote (5,8) und dem Springergebnis (5,0) zu 28,4 Punkten addierten. Das bedeutete Platz fünf für das Paar, das sind diesem Jahr ebenfalls schon beim Bundesnachwuchschampionat am Start gewesen war und dort Platz vier belegt hatte. „Im kommenden Jahr werden wir den Vorbereitungslehrgang auch durch Parcoursreiten auf dem großen Springplatz ausweiten“, sagte Pony-Bundestrainer Fritz Lutter (Warendorf). So hatten in diesem Jahr alle Championatskandidaten zum zweiten Mal an einem Trainingstag in Warendorf teilgenommen. „Das war für diesen Jahrgang auf jeden Fall besser als eine Einlaufprüfung. Von so einem Lehrgang haben die jungen Ponys und ihre jungen Reiter einfach mehr. Was sich sich gezeigt, dass durch diese Vorbereitung die Paare sicherer an den Start gebracht werden konnten und es deutlich weniger ‚Ausfälle’ gab als in den Anfängen des Bundeschampionats.“
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