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Balsandra holt den Titel ins oldenburgische Münsterland
Sport - 17. Bundeschampionate 2010
Geschrieben von: Christine Meyer zu Hartum   
Mittwoch, 08. September 2010 um 18:48

Bundeschampionat sechsjährige Springpferde

Warendorf (fn-press). Rein rechnerisch hatten die Reiter des Stalls Beerbaum aus Riesenbeck die meisten Chancen auf den Titel bei den Bundeschampionaten der sechsjährigen Springpferde. Allein sechs Pferde wurden von Philipp Weishaupt und Henrik von Eckermann vorgestellt. Der Sieg jedoch ging nach spannendem Stechen ins Oldenburger Münsterland an Balsandra – eine Tochter von Baloubet du Rouet – Sandro.

Die Stute vom Springpferdezuchtverband Oldenburg-International, Züchter und Besitzer Gestüt Lewitz, war die Schnellste der neun Pferde, die sich nach dem Umlauf mit einer Note von 8,5 und besser für das Stechen qualifiziert hatten. Mannschafts-Europameister Patrick Stühlmeyer (Mühlen) aus dem Oldenburger Münsterland brauchte 42,47 Sekunden für den strafpunktfreien Ritt. Damit war Balsandra Bundeschampionesse der sechsjährigen Springpferde 2010. Von Beginn an fiel die Stute durch vorsichtiges Springen aus frischem Tempo mit guter Beintechnik auf, blieb dabei immer konzentriert an den Hilfen ihres Reiters und erhielt von den Richtern die Note 8,7 .

Mit der besten Vornote war Status unter Eva Bitter (Bad Essen) ins Stechen gekommen. 8,8 vergaben die Richter Karsten Huck, Peter Rauert und Karl-Heinz Streng an den hochkonzentriert springenden Hannoveraner Hengst, der zwar zuweilen etwas eilig, aber immer losgelassen und gut an den Hilfen stehend den Normalparcours überwand. Im Stechen riskierte Eva Bitter nicht alles, bei 44,15 Sekunden blieb die Uhr stehen. Damit war der dunkelbraune Sohn des Satisfaction – Sao Paulo Vize-Champion. Züchter Wilhelm Oelerink (Getelo) wird es ebenso gefreut haben wie Besitzerin Daniela Beimdieck aus Ibbenbüren. Status ist ein Enkel des heute 17-jährigen Stakkato, mit dem Eva Bitter erst vor wenigen Wochen in Münster Deutsche Meisterin der Springreiterinnen wurde. Stakkato wurde fünfjährig unter ihr Bundeschampion, sechsjährig Vize-Champion. Sein Sohn Satisfaction, Vater des Status, geht unter Eva Bitter erfolgreich im Sport. So gesehen war es schon fast Verpflichtung für Status, in Warendorf zu glänzen.

Philipp Weishaupt stellte Urmel von Casario II – Coriall schon 2009 im Bundeschampionat vor. Damals landete die Holsteiner Stute auf dem dritten Platz. Das wiederholte die von Peter Walser (Neumünster) gezogene und im Besitz der B&S Sportpferde GmbH stehende Braune in diesem Jahr. So richtig schnell war Urmel aber noch nicht, 44,75 Sekunden war ihre Zeit im Stechen. Im Umlauf bekam sie die Note 8,5 für ihre Vorsicht am Sprung bei nicht idealem Vorderbein, punktete vor allem durch ihre Rittigkeit, die Philipp Weishaupt in die Lage versetzte, die Steilsprünge etwas größer anzureiten.

Stallkollege Henrik von Eckermann ritt Carmello ebenfalls strafpunktfrei über den Stechparcours, brauchte aber 46,50 Sekunden und landete damit auf dem vierten Platz mit dem Holsteiner von Corrado I – Landgraf I (Züchter: Joachim Schiedel (Grande)). Die Richter vergaben die Note 8,6 für die leichtfüßige und elastische Vorstellung des Hengstes vom Gestüt Neuenhof (Nideggen). Gleichzeitig sprachen sie die Defizite in der Durchlässigkeit an, die sich im Stechen in einer nicht gelungenen Wendung offenbarten.

Der Titelgewinn bei den sechsjährigen Springpferden unterliegt anderen Gesetzen als alle anderen Titelkämpfe, da es beim Stechen gegen die Uhr geht. Dennoch war es eine Überraschung, dass keiner der vorher hoch gehandelten Favoriten das Stechen erreichte. Sowohl Cornet de Lys unter Henrik von Eckermann, Cachas unter Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) wie auch Lake Conte unter Johannes Ehning (Borken) verzeichneten einen Abwurf im Umlauf. Da halfen auch die „sehr gut“ benoteten vorangegangenen Parcours nicht, die diese drei Pferde von den 128 an den Start gegangenen am besten absolvierten.

 
09. Februar 2012
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