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Quali, Final-Quali, Finale – Con Chello kennt nur Platz eins
Sport - 17. Bundeschampionate 2010
Geschrieben von: Christine Meyer zu Hartum   
Mittwoch, 08. September 2010 um 18:47

Bundeschampionat fünfjährige Springpferde

Warendorf (fn-press). Con Chello kam, sprang und siegte und es sah alles ganz einfach aus. Wie an der Schnur gezogen lieferte der Hengst die abgefragte Leistung und ließ nicht eine Sekunde Zweifel daran, dass er bei diesem Bundeschampionat Jahrgangsbester der fünfjährigen Springpferde war.

9,2 gaben die Richter in der Qualifikationsprüfung, 9,5 in der Finalqualifikation, 9,5 im ersten Umlauf des Finales, 9,8 im zweiten Umlauf. Das war an diesem Wochenende nicht zu toppen. „Bei dieser Vorstellung bekommt man Gänsehaut“, sagte Joachim Geilfus (Duderstadt), der den Springnachwuchs kommentierte. Der bayerisch gezogene Con Chello von Chello I – Come On wurde auch von einem Bayern „in Szene gesetzt“. Passender als der Stadionsprecher hätte man die Ritte von Philipp Weishaupt, inzwischen ansässig im westfälischen Riesenbeck als Angestellter im Stall Beerbaum, nicht ankündigen können: Ein Sprung wie der andere, das Pferd stets aufmerksam in untadeliger Manier am Sprung, in gefordertem Tempo und Rhythmus bei vorbildlicher Durchlässigkeit hätte man jedes Mal einen Lehrfilm drehen können. Züchter des Braunen ist die Züchtergemeinschaft Katja und Bernd Semelink (Grundremmingen), Besitzer die B&S Sportpferde GmbH Riesenbeck. Und in Riesenbeck wurde auch klar auf diesen Sieg hingearbeitet, hatte Ludger Beerbaum doch bereits im Januar angekündigt: „Wenn Philipp sich nicht verreitet, spricht dieser Hengst auf dem Bundeschampionat ein Wörtchen mit“. Die Rechnung ist schon mal aufgegangen.

Sicher nicht weniger Qualität hat der Vize-Champion Carell von Cayetano L –  Contender. Dem Westfalen gaben die Richter Claus Bergjohann, Hans Wallmeier und Karsten Huck ebenfalls Traumnoten für sein kraftvolles Springen mit toller Technik aus guter Galoppade. 9,3 im ersten, 9,6 im zweiten Umlauf lagen nur um Nuancen unter den Bestnoten – keine einfache Entscheidung für das Richtergremium. Unter seiner Reiterin Eva Deimel (Münster) konnte der Hengst seine Dynamik voll entfalten, blieb dabei immer losgelassen und fein an den Hilfen. Nicht nur Springreiter kamen hier ins Schwärmen. Züchterin des Braunen ist Katja Rellecke (Hamm), Besitzerin Hannelore Auerswald (Berlin).

Ein weiterer Hengst begeisterte Richter und Publikum: der schwarzbraune Holsteiner Diarado. Auch er verließ jeden Parcours mit dem Urteil „sehr gut“, also 9,0 oder besser. Der Körungssieger 2007 in Neumünster war bis dato erst wenige Turniere gegangen, entsprechend neugierig war man auf seinen Auftritt in Warendorf. Immer wenn sich die Tribünen besonders füllten, wusste man, dass Diarados Auftritt bevorstand. Im Finale bekam er für beide Umläufe eine glatte 9,0. Die Springmanier ist bei Diarado nicht so perfekt wie bei Con Chello und Carell, sein Vorderbein etwas offen. Der Sohn des Diamant De Semilly – Corrado I punktete eher mit seiner hohen Rittigkeit, Sicherheit auf den Linien und seiner Ausstrahlung. Schöner als den von Klaus Thingholm Kristensen (Ulstrup/DEN) gezogenen Schwarzbraunen kann man ein Pferd kaum malen. „In großer Zufriedenheit mit sich und der Welt im Reinen“ kommentierte Joachim Geilfuß. Hinter dem Besitzer Joop van Uytert (Mühlen) stehen Paul Schockemöhle und der Holsteiner Verband.

Sechs Hengste und zwei Stuten erreichten bei den fünfjährigen Springpferden die Note 8,5 oder besser. Weniger durfte es nicht sein für den Einzug in den zweiten Umlauf. Am Ende standen sechs Hengste vorn. Hinter Diarado platzierte sich Cole Porter, ein westfälischer Sohn des Cornet Obolensky – Cassini I unter Michael Symmangk (Herford) mit der Wertnote 17,3, Qui Lago von Quidam`s Rubin – Lago Maggiore, Zweibrücker unter Toni Hassmann (Lienen/17,2) und der Moritzburger Landbeschäler, der hannoversch gebrannte Lemwerder von Lordanos – Goldfever I unter Philipp Schober (Moritzburg/17,0).

Die Westfalenstute Lilly Magic beendete unter ihrem Reiter Hendrik Dowe (Heiden) die beiden Umläufe ebenfalls mit der Notensumme 17,0, so dass sich Lemwerder mit ihr den sechsten Platz teilen musste. Die Tochter des Lissabon aus einer Mutter von Lupicor hatte sich über das kleine Finale qualifiziert, also eine Runde mehr in den Knochen. Als beste Stute bei den fünfjährigen Springpferden gebührt ihr so besondere Anerkennung.

Die ist nicht geringer für San Serai, auch sie qualifiziert über das kleine Finale. Stakkato Gold ist ihr Vater, Cordobes I der Mutter-Vater. Franz-Josef Dahlmann (Sendenhorst) stellte die braune Westfälin vor, mit 16,7 landete das Paar auf Rang acht.

129 Pferde waren in der ersten Prüfung an den Start gegangen, 31 qualifizierten sich für das Finale. In der Spitzengruppe sah man eine Anzahl überragender Pferde, bei denen man gespannt sein darf auf ihre weitere Entwicklung.

 
09. Februar 2012
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