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Dressur: Gegenwind für die FEI
Sport - Dressur
Geschrieben von: Andreas Kerstan   
Donnerstag, 06. November 2008 um 10:27

Belgische FN reagiert „not amused“

Brüssel. Der Ton ist höflich, der Inhalt deutlich – die belgische FN ist alles andere als amüsiert über das Ansinnen des Weltverbandes FEI, der Dressurausschuss möge zurücktreten. Per e-mail bat Belgiens FN-Präsident Jacky Buchmann um Aufklärung einiger „strittiger Punkte“ und – setzte so ziemlich alle in der FEI organisierten Nationalen Föderationen gleich noch in Kopie.

Belgiens FN-Präsident hat allerhand zu monieren. Weder aus der Presseinformation noch aus den beigefügten Schreiben sei hervor gegangen, gegen welche Statuten und Regeln der FEI durch den Dressurausschuss verstoßen worden sei. „Sollte das der Fall sein,“ so Buchmann, „muss der Generalsekretär diesen Vorgang vor das FEI-Tribunal bringen – das allein in so einer Frage kompetente Gremium der FEI.“ Klingt unzweideutig und dürfte eine unausgesprochene Kritik in Richtung FEI-Präsidentin sein, die eben nicht zu den Adressaten des Schreibens zählt. Ganz im Gegenteil, die belgische FN schreibt an „ den lieben Mr. Holmes“. Der heißt David mit Vornamen und ist Executive Sports Director der FEI, also von Berufs wegen zuständig.

Buchmann – Landsmann der FEI-Dressurausschuss-Vorsitzenden Mariette Withages-Dieltjens – stellt eine ganze Reihe von Fragen. Etwa die nach den rechtlichen Grundlagen der Rücktrittsaufforderung und einer Interimslösung. Eine solche hatte die FEI-Exekutive bereits angekündigt. Mehr Zündstoff dürfte die Frage bergen, ob das FEI-Büro den Vorstand aufgefordert habe, den Rücktritt des Dressurausschusses zu verlangen. Dafür gibt es offenbar Regeln in der Satzung und Buchmann mahnt an, dass derlei Aktionen vielleicht doch das exklusive Recht des FEI-Büros oder der Generalversammlung seien.

Als Kritik Buchmanns am FEI-Präsidium dürfte auch Buchmanns Feststellung zu werten sein, dass der Weltverband eine demokratische Organisation sein sollte, in der unterschiedliche Meinungen möglich sind und Teil eines Entscheidungsprozesses. Damit steht Belgiens FN-Präsident offenbar auch nicht allein da, der Belgier suchte in den vergangenen Tagen den Kontakt zu den Kollegen in Nord- und Süd-Europa: „Gespräche mit mehreren Föderationen der Gruppe I und II haben uns gezeigt, dass man unsere Auffassung teilt.“

 
09. Februar 2012
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